These 4: Möge der Trend mit dir sein.

Trends sind wie Wellen. Dabei habe ich Folgendesbeobachtet: Wer diese Trends zyklisch reitet, geht unter. Wer es antizyklisch tut, gewinnt.

Als ich in den Achtzigerjahren zur Schule ging, waren Serien eher verpönt. Natürlich gab es sie. Aber wer offen zugab, welche zu gucken, der war uncool.

Kino war das ganz große Ding. Heute ist es umgekehrt.

Serien guckt heute jeder. Und das Kino ringt um seine Vormachtstellung. Oder ist es doch schon wieder andersrum?

Was ich damit sagen will, ist, dass alles Trends unterworfen ist.

Zyklen.

 

Die perfekte Welle.

Der bekannteste Zyklus ist der des sowjetischen Wirtschaftswissenschafters Kondratjew. Er beschreibt die Wirtschaft in der Theorie der langen Wellen.

Diese Wellen beginnen immer mit einem Paradigmenwechsel. Darauf folgen Investitionen, die zum Aufschwung führen. Ist der Aufschwung erreicht, gehen die Investitionen zurück, und es kommt zum Abschwung. In dieser Zeit wird aber bereits wieder am neuen Paradigmenwechsel gearbeitet. Diese langen Wellen unterteilen sich in weitere kleinere Wellen.

Oder hinsichtlich Serien ganz einfach gesagt:

Breaking Bad brachte den Paradigmenwechsel. Nahezu jeder produziert mit einem Mal Serien. Netflix geht in Deutschland an den Start, Amazon folgt, Sky ebenfalls, und schnell füllt sich der Markt und wird – meine These – bald gesättigt sein, bis die Menschen auf ein neues „Breaking Bad“ warten. Einem GameChanger.

Hand aufs Herz: Sehen wir heute noch mit derselben Leidenschaft Serien wie etwa noch vor fünf Jahren?

 

GameChanger gesucht.

Der Buchmarkt versteht es, kleinere Trends aufzugreifen.

Stichwort: hochwertigere Aufmachung der Bücher, kurze Kapitel, einfache Sprache.

Aber sind das nicht eher Trends der kleineren Wellen?

Auch auf die Gefahr hin, dass ich einige Menschen damit verletze, bin ich der Meinung, dass dem Buchmarkt ein Paradigmenwechsel fehlt.

Natürlich gibt es viele Versuche, aber ein großer Paradigmenwechsel ist noch nicht abzusehen.

Ich glaube, der Schlüssel liegt hier im Antizyklus.

Anders denken. Nicht im Trend. In dessen Gegenteil.

Denn, wenn es gelingt, den Paradigmenwechsel zu setzen, dann folgen die Investitionen, und somit folgt der Aufschwung.

 

Bücher sind so schrecklich langweilig.

Ich muss zugeben, dass mich viele Bücher, die ich lese, langweilen. Das war auch der Grund, warum ich schreibe.

Ich schreibe Bücher, die ich selbst gerne lesen möchte.

Natürlich werden sich einige Leser auch bei meinen Büchern langweilen. Aber ich finde sie großartig, da sie sich an der Erzählweise des Games orientieren. Ein Experiment. Und nach und nach versuche ich, daraus etwas Eigenes zu machen.

 

Mein Manifest.

Ich glaube nicht, dass man sich anbiedern muss, um erfolgreicher Autor zu sein. Ich glaube nicht, dass man den Trends folgen muss, um erfolgreich zu sein. Ich glaube, dass man Trends setzen muss.

Ich glaube, dass es wichtig ist, auf dem Weg dorthin antizyklisch zu denken und zu probieren.

Neues wagen. Dinge neu denken. Geht es darum nicht in erster Linie bei der Literatur?

 

Somit lautet meine These:

Autoren sind die nächsten GameChanger. Der nächste Paradigmenwechsel kommt aus der Buchbranche.

Ich liebe das Buch und würde mir wünschen, dass es ihm gelingt, wieder mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ich glaube fest daran, dass die goldenen Zeiten des Buches erst bevorstehen. Daran will ich arbeiten.

Das nächste Mal widme ich mich der These Nummer 5 mit dem Thema: „Das Einzige, was stört, ist der Leser.“

Bis dahin

Bernhard Hofer